The Project Gutenberg EBook of Dithyramben, by Iwan Goll

This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
whatsoever.  You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
www.gutenberg.org.  If you are not located in the United States, you'll have
to check the laws of the country where you are located before using this ebook.

Title: Dithyramben

Author: Iwan Goll

Release Date: September 19, 2014 [EBook #46899]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DITHYRAMBEN ***




Produced by Jens Sadowski





                              IWAN GOLL




                             DITHYRAMBEN


                               LEIPZIG
                          KURT WOLFF VERLAG

                   BCHEREI DER JNGSTE TAG BAND 54
               GEDRUCKT BEI DIETSCH & BRCKNER  WEIMAR

                        GLAIRE STUDER ZU EIGEN




DER GROSSE FRHLING


DIE GTTLICHE ORGEL

Wer von euch hrte die hektische Orgel nicht ber den Stdten?

Straen sirrten wie abgebrochene Kometenschweife um die rote Erde.
Goldene Karussells des Sonntags umflogen die Wochenwelt wie groe
Ventilatoren.

Aus den Warenhusern fielen die elektrischen Hesperidenpfel. Und jeder
arme Passant, dem die wchsernen Damen sich gaben, wurde zum Kind, zum
Weihnachtskind.

Aber spitz und gotisch stand die Orgel ber dem Quadrat der Stdte:
Orgel des Lebens, Orgel des Sterbens! Alle Stimmen der Menschen schrieen
gegen den bleiernen Himmel.

Die Orgel wute vom ewigen Skandal der Erde.

Sie war voll versoffener Mnnerstimmen, voll blecherner Klagen
hungernder Witwen. Altes Husten klopfte aus Spitlern. Zimbeln schlugen
aus Kinderschulen. Und das Frsteln einsamer Propheten gab sie wieder.

Die Orgel orgelte den hektischen Gesang der Erde. Sie strahlte gro und
spitz ber den aufgehuften Husern des Elends.

Ausgehhlte Hotels zerbrckelten. Fabriken drohten mit ihren keuchenden
Schloten. Schlafgemcher strzten ein zu kalkigem Schnarchen. In den
frhen Morgen schlotterten die eisigen Glocken.

Und die Orgel donnerte berall ber der Welt!


DER KINODIREKTOR

Fr einen Groschen ffnet sich euch das Paradies. Hier ist das einzige
Paradies der Welt: Chemnitzerstrae 136. Am Eingang die goldenen Lettern
leuchten es laut.

An die Kassa! Die Dame hat echte Brillantringe. Jedem schenkt sie ihr
purpurnes Lcheln, dir, verschwitzter Dienstmann, und auch dir,
hlzerner Soldat! Jedem will sie blonde Geliebte sein: fr einen
Groschen!

Die Welt sei euer. Der Portier im roten Frack ist euer Sklave. Kein
anderes Gefhl hat der Kaiser, wenn er in sein Schlo tritt.

Hier allein gibt es die glcklichen Menschen. Fr einen Groschen, o
Brder, knnt ihr glckliche Menschen sehn.

Da fcheln sich Damen ber sonnige Parks hinweg. Straen, himmlische
Spiralen, entheben die Passanten der Erde. Und vor Tribnen fahren in
berirdischen Galawagen die Prsidenten ferner Republiken auf.

Ihr Dumpfen, seht: ihr sollt angelisch werden! Hier im Kino seid ihr
jenseits der Erde. Gut und Bs des Lebens sind ja nichts als ein Reflex
wie Schwarz und Wei auf dieser Leinwand. Nichts ist! Alles ist!

Ich schenke euch die Schpfung Gottes: das Paradies, ohne Schlange und
Apfel. Fluch dem Skeptischen, der lchelnd an die Leinwand klopft und
sagt: Das ist ein weies Tuch! Fluch diesem Lgner: denn das ist das
Leben, das reellste Leben!

Das ist das Leben: wo Urwlder noch und Niagaraflle rauschen. Wo auf
heiem Rennplatz ein Jockei sich den Hals bricht. Wo Mrder im Frack zu
Engeln werden.

Das ist das Leben: Weinend sitzt ihr bei hungernden Witwen. In
unendlichem Mitleid beugt ihr euch ber den Bankier, der stehlen mute,
der armselige Mensch!

O Schpfung Gottes! O paradiesisches Orchester! Die Geigen schluchzen
Liebe. Flten schaukeln wie Libellen ber dem Teich des Cellos.

Und ich: seht in mir den letzten Apostel! Seht, wie ich kmpfe und leide
und an euch sterbe. Ich mu fr einen Groschen meine ganze Seele
hergeben.

Ich mu euch den Kosmos herrollen. Ich mu euch alle Leidenschaften
aufwhlen. Ich hin der Souffleur Gottes.

Htte ich einen Groschen, wie selig wr ich! Nur einen Groschen!
Kassandra sitzt an der Kassa und wird euch lcheln. Schenkt ihr einen
Groschen!


DER STUDENT

Er kam aus den dunklen kleinen Pensionen. Da hatte er den Mittagstisch
schon zur tollen Tribne erhoben.

Aus Bakunin stand er auf. Aus zerkrampften Nchten. Aus den notwendigen
Examen. Aus Zweifel und Spott. Aus tiefstem Schrei nach Gott.

Seine Augen zwei schwarze Lcher in die graue Maske des Alltags. Auf
seinen Lippen schwebte wie ein Falter sein Herz.

Aber an jenem Tage war er berall, der Freund, der Bruder, der Mensch.
Aus allen Pensionen trat so ein Student. In allen Versammlungen sprach
so ein Fanatiker.

Er schleuderte den brennenden Spitzbart ums Kinn. Er schlug mit der
hageren Faust die Schlangen der Zeit nieder.

Und um ihn die blassen Arbeiter der Vereine. Um ihn die stillen
Jdinnen. Um ihn die aufkeimenden Knaben des nchsten Jahrhunderts.

Hoch wuchsen seine goldenen Sulen am Eingang der Stdte. Die Julis
wlzten sich in den Mohnckern naher Revolte. Die Menschenengel
schwebten aus den Mansarden herab.

Mtter taumelten mit ihren Shnen hinterher. Auf Denkmlern stand er und
zerballte die Zeit. Im Volk war er und schrie nach Gerechtigkeit.

berall in der Welt war so ein aufgepeitschter Student. berall ffneten
sich die Schleusen des Himmels.


MEETING DER FNFTEN KLASSE

Ihr Mitmenschen! So seid ihr alle gekommen, durch die abendgehhlten
Straen, durch die Tunnels der Stadt: Ihr Gedrckten, ihr Flchtigen aus
der Zwielichtwohnung, aus hagefllter Kaserne und dumpfem Schlafloch!
Euch alle, meine Brder, hat mein weher Ruf durchdrungen! Oh ihr mutet
waten durch das grelle Gold des Boulevards. Ihr wurdet vom gelben
Gezisch der Kinos angespieen. Es war so weit, so weit bis auf diesen
offenen Abendplatz. Und nun?

Hier steh ich, der ich euch rief. Da steh ich auf hlzerner Estrade und
habe nichts in den Hnden als den groen Himmel, nichts in den Augen als
den Glauben an euch, und nichts zu verschenken als ein Wort, ein
einziges, schallendes, tiefes Wort. Erwartetet ihr mehr? Glaubtet ihr
mich bereit, euch das Giftmittelchen Ha einzuimpfen? Ein Advokat wrde
euch mit grandioser Geste an seine Brust drcken? Oder ich sei ein
Metzgerjunge, der je nach Bedarf ein Kilo oder ein Viertelpfund
Befriedigung an jeden verteilt, ein bichen Klassenkampf, ein paar
Phrasen vom Kapitalismus und von Lohntarifen?

Meine Mitmenschen, wie habt ihr euch geirrt! Ich rief euch alle und habe
doch nichts im Munde als ein einziges Wort, das wie eine blutige Sense
ber meine Lippen streift. Schaut mich nicht so an: Ich bin kein
Prophet. Ich bin ein Mensch. Ich bin ein einsamer, nackter Mensch wie
jeder von euch. Strzt mir nicht zu Fen! Schluchzet nicht! Jeder von
euch knnte dasselbe tun und auf diese Tribne steigen und knnte die
Menschheit befreien helfen. Er brauchte nur wie ich sein aufgeblutetes
Herz zeigen und das eine Wort aussprechen.

Das eine Wort, das ihr ja alle wit! Das Wort, das mehr Geist enthlt
als die Literatur des gesamten neunzehnten Jahrhunderts, das mehr
Revolte ist als alle Appells und Proklamationen eurer bisherigen Fhrer,
ein Wort, das sich um die runde Erde wlbt wie der nchtliche Himmel,
dunkel und so voller goldener Mglichkeiten doch. Ein Wort!

Ihr alle kennt es so gut, auch wenn ihr es immerzu verschweigt. Ihr
fahrenden Zigeuner, die den bunten Wagen hinter der Schiebude stehen
lieet. Du, zynischer Apache. Du Nachtasylenschlfer. Strfling, dem die
Nummer der Zelle noch immer wei auf schwarz vor den Augen flimmert.
Dienstmdchen, das in seiner Schwangerschaft nachher am Kanal ein
dichtes Weidengestrpp aufsuchen wird. Durchgefallener Student, der
trotz Mythologie und Philosophie an diesem einen Wort, weil's
unausgesprochen blieb, scheitern mute.

Ich knnte brigens dies Wort wie ein Zauberer auf dem Markt aus der
Tasche ziehen und vorgaukeln lassen. Ich knnte es euch hinwerfen, wie
ehedem der Ritter seine goldene Brse unter das Fuvolk. Aber es ist
nicht einmal ntig, es auszusprechen. Es gilt nur, davon zu wissen,
bewut zu sein, da ein jeder es in sich trgt, wie der Chirurg
behauptet, da ihr alle ein Herz in euch tragt.

Schon brodeln eure dumpfen Stimmen. Schon bewegen sich eure schweren
Fe. Eure Hnde sind gezackt. Ich fhle, ich fhle, ihr habt mich
verstanden! Wie knnte es anders sein? Ihr alle seid ja selbst schon
einmal an diesem Wort gestorben. Ihr sahet Verwundete beschmt ihre
Eingeweide mit den Hnden verbergen. Sahet Familienvter sich toll ber
grnende Jnglinge strzen. Und den Toten saht ihr ins verglaste Auge,
und das Wort stand erstarrt auf ihrem schwarzen Mund.

Ich brauche es euch nicht zu sagen. Ich habe in euer Antlitz gesehen.
Ich habe euer Herz geprft an diesem goldenen Abend. Ich wei, ihr seid
bei mir, wie ich bei euch bin. Ich wei, schon ist das Wort kein Wort
mehr, schon ist es Tat, Sinn und Erleichterung: schon ist es die
Menschenliebe selbst!


DER PFLICHTVERGESSENE GEISTIGE

Ich aber hab euch nicht befreien drfen! Ich war der Wahre nicht, den
ihr brauchtet! Ich hatte Gott bezwungen, aber nicht die Menschen!

Ich hatte Gottes Lcheln bekmpft. Das wallende Gewand vor
Abendhorizonten zurckgeschlagen. Mitternachtssonne blhte aus blauen
Sternwldern auf.

Doch warum hab ich nicht die Menschen so bekmpft! Das graue Profil
steinerner Avenuen mit heien Fackeln erleuchtet Dem Arbeiter aus
haariger Brust das Herz herausgerissen! Das starre Frackhemd des gecken
Tnzers zerrissen!

Warum bin ich nicht in die Drfer gegangen, wo Bauern wie schwarze
Schatten an der Erde kleben. Warum bin ich nicht hingegangen, ihnen zu
rufen: -- Es ist drauen Abend! Kommt, wir wollen uns in die Augen sehn!

Warum hab ich die Knaben nicht aus den Waisenhusern gerettet, zwei zu
zwei an der Hand, alle im gleichen runden weien Kragen, und bin mit
ihnen auf den Hgeln gekniet: -- Dort oben sind die Sterne: Kt euch!

Was bin ich nicht in die Kontore gekommen, wo Knirschen des Telephons,
Zorn zugeschlagener Tren mich empfing. Ich htte die Tippfruleins auf
die Strae gefhrt und geschrien: -- In den Potsdamer Platz mndet die
Milchstrae! Oh, steigt mit mir in diesen Omnibus: Wir fahren zum
Himmel!

Ich war der Starke nicht, den ihr brauchtet. Ich flchtete trotzig in
die Einsamkeit Gottes. Ich spielte mit roten Vgeln. Behngte mich mit
redenden Steinen. Ich bin's nicht wert, heute euren zerklfteten
Leichnam zu kssen.

Ich bin's nicht wert, heute noch von Liebe zu singen. Ihr hasset mich,
weil ich nicht mit euch hasse. Ihr wehrt mich ab wie den steigenden
Schatten der Shne. Ihr Sterbenden, ihr lat mich nicht in eure Schuld
einziehn!


DER STREIK

Schwlt noch gelber Schnaps in euren Mndern, giert noch Dirnenblut in
euren Augen: Hinter euch sind Schmerz und Qual und Not!

Hinter euch zerschlagen liegt das Haus der Nchte. Hllen des Asphalts
sind eingestrzt. Alle Winter glitschrig aufgetaut.

Eure Fuselgassen sind gesubert. Die mystischen Fabriken frieren nackt.
Der Schlote steinerne Arme schleifen schlapp.

Vergangene Frhlinge auf Bahndammhgeln! Hungernde ihr vor vollen
Bckerein! O ihr armen Schlfer der Sonntagmorgen!

Auf, die Sonne huft euch brennende Scheiterhaufen! Das Pflaster singt
euch unter den tanzenden Stiefeln! O ihr alle!

Heie Jnglinge reden selbstverstndlich in die Menge. Mnner tragen den
Sonnenturban ums kurze Haar. O die Zeit ist neu! Der Mensch ist gro!

Der Tyrann hngt an den roten Schloten. Makler mssen die schweren
Klumpen Goldes schwitzend schleifen. Und ihr Proletarier seid voran.

Morgenfrhe strahlt euch grnend um die Schlfen. Arbeit glht nach
euren starken Muskeln. Und der Menschheit Liebe ist bereit.


DIE PROZESSION

O da brannte die Stadt ihre goldenen Opfer an. Die Straen waren mit
Gold gepflastert. Unter den Dchern gingen Petroleumsterne auf.

Langsam wandelten die Mnner in den Abend, des Strohhuts Heiligenschein
rund um den schweren Nacken geflochten.

Sie kamen alle zurck aus der Erde. Fabrik und Werkstatt waren zu Asche
zerfallen. Der Abend schwankte wie ein blauer Baldachin.

Kinderengel spielten vor den Spezereihandlungen mit Bonbons und
Himmelskugeln. Junge Mtter gingen schwer, als trgen sie den Mond unter
der Schrze.

Sie zogen, sie zogen alle herein. Leuchtende Prozession des Feierabends:
Durch die Schenken flatterten die Kellnerinnen hell. Absinth schwenkte
grne Laternen.

Kinos rasten mit lrmenden Fackeln ber die Boulevards. Stampfende
Pianolas erlsten die steinerne Welt.

Rostige Glocken, aus schchternen Trmen, zerklirrten an den Mauern
Gottes. Des Menschen Stimme aber war lauter und reiner.

Der Mensch erhob sich zur Befreiung der Erde. In Vereinslokalen wurden
die Weltbrder begrt. Rote Meetings schlossen sich um die grellen
Pltze.

Ladenmdchen ffneten die elfenbeinernen Altre ihrer Brust. Heie
Bestimmung trieb den Volksschullehrer voran. Krmer verteilten ihre
Orangen umsonst.

Mit Krawall strzten die Scheiterhaufen der fremden Hotels. Dienstmnner
rissen die grne Sklavenmtze von der Schlfe.

Mittlerweile erstanden die starren Barrikaden. Flatternde Frauen hielten
die roten Laternen darber und sangen. An diesem Abend stieg die
Menschheit in heiliger Prozession.

Sie kam zum Gipfel ihres Stadtgebirgs. Kometen fielen aus allen
Horizonten herab. Kometen gingen rund und rot zwischen Menschenarmen und
Erdeschloten auf.

Die Revolte begann.

Aber am nchsten Tat, da blhte der groe Frhling ber der Erde. Die
Akazienalleen ffneten sich der unendlichen Prozession.

Sonne, Sonne war berall. Man trug sie in einer Blume einfach am
Knopfloch. Aus jedem Fenster, winterblind, blhte sie mit roten Zacken.

Unendlicher Garten der Menschlichkeit! Menschen wandelnde Bume! Gesang
prasselte wie roter Wind ber dem Asphalt.

Heilige schritten voran. Jnglinge den Adamsapfel aus schmutzigem Kragen
stehend. Frauen mit den schreienden Menschen hart an der prallen Brust.

Frhling! Frhling! Arme streckten sich nackt wie brennende Fackeln.
Alle tanzten in ihren Arbeitskleidern.

Goldene und blaue Trams flgelten ins Land der Freiheit. Lifts stiegen
hell zum Himmel wie Jakobsleitern: und alle Menschen waren auf und ab
wie Engel.

O groer Frhling der wiedererstandenen Menschheit!


DAS GOLDENE VLIES

Als der Mensch zurckkam, trug er das goldene Vlies. Er trug ums Haupt
die Friedenskrone blauer Schwalben. Heller Mittag war's: um seine
Schultern drngten sich die Sterne.

Der zerbrochene Mond war in seine Stirn getzt. Kometen neigten sich und
sprangen wie Blumen um seinen Erdenwandel.

In seinem Blick wohnte die Gte. Aus seinen Wunden trufelte die
Erkenntnis. Aus wehen Hnden schttelte er unendliche Verzeihung.

Da wurde vor ihm die blasse Blumenverkuferin zur Madonna. Der heisere
Schrei des Maklers duckte sich zum Gebet. Der graue Schaffner wandelte
als ein Herrgott durch seinen Omnibus.

Am Tage, als das goldene Vlies ber der Erde wogte, verstummte die Klage
der tiefen Menschen. Das Lied der kleinen Pltterin wurde freudiger. Die
Bitte des Bettlers klang ganz erlst.

Die Blinden glaubten, sein Schimmern im Abendgold zu sehn. Die
Sterbenden hofften, er sei das Tor in die Ewigkeit.

Smaragden rieselten die Kiesel hinter seinem Fu. Betende Frauen im
blauen Gewand waren die Schatten seiner Glorie. Er trug ums Haupt eine
Krone von blauen Schwalben.

Als der Mensch zurckkam mit dem goldenen Vlies, war Friede auf Erden.




DIE ALPENPASSION


I. FLUCHT

FLORIAN:

Wie Fremde wandern wir auf Erden. Jeder in seinem eigenen Kfig
gefangen. Verschlammte moosige Steine sind wir am Grund der Erde: die
wallenden Himmel kennen uns nicht.

STELLA:

Es ist keine Liebe mehr von Menschen zu Menschen! Es ist kein Schttern
von Einsamen zu Einsamen! Wir sind wandelnde Grotten, Granit, die keine
Welle durchzittert!

FLORIAN:

O wir zu Pyramiden gehuften Cafs, zu Meeren angeschwollenen Meetings,
zu Gebirgen gesteigerten Konzertsle: Wir lgen, wir lgen! Jeder von
uns ist einsam, einsam!

STELLA:

Einmal, da nherten wir uns: und siehe, Ha glutete aus unsern Augen.
Krieg spreizte die gierigen Finger. Und wir glaubten, unserm Schicksal
zu entfliehn, wenn Blut aus unsern Krpern floh!

FLORIAN:

Wir whlten uns in die Erde, unsere Schlechtigkeit zu verbergen: da
wuchsen die monumentalen Grber ber uns! Wir rissen die Stdte auf und
whlten uns in die Lust: da schrieen die Lachenden so bs wie im
Tollhaus!

STELLA:

Und jeder Nachbar, den wir tteten, war ein Stab mehr an unserm Kfig!
Jeder Bruder, den wir mordeten, war ein Schrei mehr in unserer
Einsamkeit!

FLORIAN:

O wre eine Flucht! O knnt' ich mich in die Wolke Gottes hllen! Den
Himmel aufreien und ihm zuschluchzen: Das ist meine Qual: Ich bin ein
schlechter Mensch!

STELLA:

Ich bin ein schlechter Mensch! Alle Leiden der Erde sind in mir. Alle
meine Schwestern bumen sich in meinen Leidenschaften empor! Alle Mtter
in mir beweinen einen Sohn!

FLORIAN:

Wir mssen uns selber fliehn: da werden wir uns wiederfinden. Wenn wir
die Grate des Todes erst erklommen, dann wird das sausende Leben wieder
um uns sein.

STELLA:

Wir wollen vor jeder gemeinen Butterblume knien: Dann wird die groe
Sonnenblume lauter um uns donnern! Wir wollen in uns selbst einkehren:
dann wird die ganze Menschheit erlst in uns Einzug halten!


II. SCHLUCHT

FLORIAN:

O Mensch, bist du mein Schicksal oder mein Gespenst? Noch hockst du grau
an allen meinen Wegen. Sthnst aus Spitlern und spukst aus Spelunken.

Dein Klagen ist im Wind. Deine Kasernen sind bis ins Gebirg gestaut.
Dein Schatten klebt an allen meinen Schritten.

Du schreist aus meiner Seele! Du klagst mich an, o Wegelagerer, mein
Bruder, mein Schatten!

Und ach, ich leugne nichts: ich komm' aus deinen Stdten, deinen
Kriegen. Ich hab es tief erlebt: ich _bin_ von deinen Mrdern!

Wirf Wahnsinn ber mich! Kreuzige mich mit deiner Mitleidsgeste! Spie
auf mein Herz mit deinen Schreien!

Die Menschheit tief in mir ist schuldig! Und ich bin schuldig in der
Menschheit! Ich hab' den Mord gesehn und ihn geklagt!

Ich hab' soviel gesehn: die grnen Leichen strzend in die cker. Um
schwarze Munde Speichel rot erfroren. Die Liebesleiber schwrend voller
Ratten. Die Himmelsaugen aufgeschumt zu Schwefel. Und abgeriss'ne Arme,
die im Tod noch um Verzeihung flehten.

Von Feuersternen berblhte Wsten. Von Bombendomen berplatzte Nchte.
Und bunt besungene Begrbnisse.

Noch mehr: Zuchthuser vollgeschwemmt. Kinder zu Hungertod geschndet.
Vgel und Grten ihres Lieds beraubt.

O Schlucht, o Mensch in mir, Erinnerung, Anklage, Reue und
Gerechtigkeit: ich wei nichts mehr, als da ich Mensch und schlecht
bin.

Doch, Bruderschatten, sag: ist Shne nicht genug gebaut zu
Massengrbern? Weht Trauer nicht genug um deine alten Fahnen?

Nun la mich frei! La einen noch, der an Erlsung glaubt! Der hell zu
Mitternacht den Engel flattern hrt; und der zu Morgenaufgang Lcheln um
der Sonne Lippen sieht.

Nun lat mich fliehn, Schlucht, Schatten, Schmerz! Es gibt noch Wlder
ber euch, die singend schweben! Es gibt noch Gipfel, die mit Purpur uns
umglhn! Es gibt noch Shne, die uns glcklich brauchen!


III. BERGWALD

STELLA:

   O Wald, du brtiger, lchelnder Gott,
   Du nimmst mich auf mit deinen groen Armen, als wr' ich eine Nymphe
      und keine Menschentochter,
   Als sprng' ich blond aus blauem Brunnen, und klebte nicht roter
      Staub an meinen Schuhn!
   Deine wilden Tiere grasen aus meiner Hand, als schnffelten sie
      nicht das Blut an mir:
   O Wald, du leuchtender, tausendugiger Freund,
   Du nimmst mich auf!
   In dein Zweigengewlk blitzen die Sonnenpfeile,
   Erdbeer und Waldmeister tanzen
   Um deine schwarze Erdebrust:
   O du vterlicher Freund und Gatte,
   Wald mit dem offenen Herzen im zottigen Bltterfell,
   Du nimmst mich auf!

   So sollen alle Frauen an dir Liebe und Mitleid und Demut lernen!
   Da sie wie junge Quellen ber zermrbte Leiber sich ergieen,
   Wie Palmen mit offenen Hnden Sonne auf die Schlummerden trufeln.
   O du friedensstarker, mchtiger Gott,
   Gib mir soviel Arme, als Elende in den Ritzen der Erde sind,
   Sie aufzuheben,
   Gib mir soviel Munde, als Schreie und Qualen und Verbrechen sind,
   Sie zu trsten,
   Gib mir so ein tausendfltig Herz,
   Als schluchzende Mtter in dunklen Alkoven hocken,
   Als frierende Waisen an leeren Bckereien vorberhungern,
   Als tolle Verwundete ihr Fleisch mit glhenden Ngeln hetzen,
   Als Erblindete mit stochernden Stben an stumme Wnde pochen,
   Gib mir so ein tausendfltig Herz,
   Als du grne Spiegel hast, zu zittern und zu schimmern,
   ber die Menschheit mich zu beugen,
   ber sie hinzurauschen
   Wie du, ein Wald von Liebe.


IV. GIPFELAN

FLORIAN:

   Erde, du verqulte, schlaflose Magd,
   Was wissen wir Menschen von deinem Schmerz!
   Bist unsre Mutter doch, und wir schlagen dich
   Wie die erwachsenen Jungen die buckligen Alten schlagen,
   Verachten dich, wie die Brger ihre verlassenen Dirnen verachten.
   Wir kratzen uns in deine rindigen Hcker,
   In deine verwitterten, knchernen Felsen,
   Wo du den krummen Adler beherbergst,
   Doch ber dich hinaus, du Trnenarme,
   Steigen wir, den Himmel zu erobern!

   Du bleibst unten, hrene, nchtige Mutter,
   In deinen Kriegstlern und steinernen Grbern gefangen,
   Wie in besudeltem Wochenbett:
   Uns aber drstet nach dem Wein der Wahrheit!
   Aus deinen unergrndeten Tiefen prallt unser Schrei
   Und gellt die Qual unsrer vermummten Geschlechter!

   Mit unsrem Geist, dem Menschengeist,
   Der in den Feuern der Welt verbrennt,
   Mit unsrem Geist, der ber Nacht und Schmerz
   Sich tglich aufwrts ringt zu dem Ewigen,
   Wollen wir steigen, da unsre runde Stirn
   Als drittes Gestirn ber dir leuchte, Mutter!
   Wir wollen dir deinen Stolz wiedergeben,
   Dein Lcheln und deine ewige Liebe:
   Denn es ist wahr, o schchterne Magd, o Erde,
   Ein Gott ist dein Gatte, und heilig sind seine Shne!


V. PANORAMA

FLORIAN:

So ist es wahr! Die tausend Gipfel um mein Haupt sind Zinken meiner
schwebenden Krone! Es schimmert die Erde um mich wie eine marmorne
Kathedrale!

So ist es wahr! In meinen mrben Menschenhnden zittert der Schpfung
Allerheiligstes. Kristallene Trme hngen vom Himmel hernieder. Und
Weihrauchsulen wirbeln aus tiefgeknietem Tal.

So ist es wahr! Ich lasse die Erde und die Sonne um mich kreisen. Mein
Geist fhrt zu Erkenntnis und Vershnung. Ich bin ein Mensch: der
Mittelpunkt der Welt!

STELLA:

Ja, es ist wahr! Die Welt ist deine Kathedrale. Du bist der Bischof
ihrer Prozession. Du bist der Erste der Erkennenden.

Aber vergit du, da du Erde bist? Aus schwerem Stein gebaut ist dieser
Dom. Aus Opfern ein gesttzter Scheiterhaufen. Ein aus Jahrhunderten
gesteilter Sonnenberg.

Und alles Elend ist in deiner Prozession! Die an der Diele Knieenden.
Die mit den Sulen Emporgeschrieenen. Die Humpelnden und die
Verstmmelten. Die Zaudernden und die Zornigen. Die Gedemtigten und die
Verschchterten.

Sie alle: Die blutgebumten Mtter. Die grinsenden Selbstmrder. Die
Glhenden zu Mitternacht. Die Frstelnden zu Mittag.

Und die den Kelch ihres Herzens unter dem abgeschabten Mantel verbergen.
Und die weien Kerzen der Kindermelodien. Die von Leidenschaft
verwaschenen Mienen. Und die von schandhaftem Lachen ausgehhlten
Schlfte.

FLORIAN:

Die Menschheit zog mit mir wie dunkle Wolke. Doch wenn des Tags
Erkenntnisgeist erstrahlt, taumelt die Nacht zurck zur schernen
Unterwelt.

Dann gibt es auch kein Elend mehr, ihr Schuldigen. Dann gibt es keine
Schuld mehr, ihr Elenden. Wie unbewute Quellen werdet ihr aus euren
Qualen springen. Mit Gesten tiefen Wissens den erlsenden Strahl um
euren Scheitel schlingen.

Hier ist der brennende Turm des Sonnenaufgangs. Hier ist die offene,
schallende Halle Gottes. Hier ist in meiner Brust die Menschheit
befreit!

STELLA:

Aus Leid und nicht aus Glck erbaut ist dieser Dom. Aus Schlucht und
Schluchzen schpft die Orgel ihre Fugen. Aus tiefer Demut kommen die
goldenen Glocken.

Versteig dich nicht in deine Einsamkeit! Du wirst an zuviel Sonne blind,
an zuviel Himmel wirst du irr! O Mensch, bleib deiner Menschheit treu!

Du hrst von Gipfel zu Gipfel suseln die silberne Stimme der tglichen
Ewigkeit. Doch ist es nicht dieselbe Stimme, wenn ein Mensch zum andern
hinberschreit?


VI. GLETSCHER

FLORIAN:

Gletscher, du Einsamer, Einziger gegen den Sturm! Du nie Berauschter,
nie Aufgetaner! Nie geschrieener Schrei! Im Sturz Erstarrter, Herber und
Harter!

Mnnlicher Schmerz: Stumm in deinen Stolz gebeugt, steil in deinen
Himmel gestemmt! Dunkles Genie, geizig ber dein Leid gekrmmt wie die
Buckligen. O nie schwingender Egoist; mnnlicher, heiliger
Weltenschmerz!

STELLA:

Gletscher, ewige Mutter der Welt, deren Scho das Blut der Liebe
entquillt!

berschwang, berflu, berflut! Nie genug der Hnde und Schreie und
Ksse, zu lieben, zu lieben. Nicht genug der Wimpern zu weinen, zu
schluchzen. Nicht genug der Arme, der klagenden, der flehenden, der
umarmenden, nicht genug der Arme, zu umschlingen!

Nicht genug der Schreie zur Geburt und Revolte! Nicht Tler genug dich
auszuschrein und zu vergeuden! Nicht Menschen genug zu trsten und zu
laben!

O du allgemeine, ewige Mutter!

FLORIAN:

Gletscher, du steinerner Gott, dem tglichen Kampf Enthobener! Hier ist
der Rand des Himmels, und der Turm der Erde strzte zu Staub.

Sulen, hymnische, tragen die Arkaden deiner Gewalt. Wie in spielender
Trumerei fgt sich des Schicksals geometrisches Gesetz.

Einziger du, in Einsamkeit verbittert, in Ewigkeit verknchert.
Einziger, an dem die Gre des Alls sich mit!

STELLA:

Gletscher, aus dir erstieg das Volk und die Gemeinschaft! Aus dir kommen
verbndet und vereint die Niederen und die Starken, die Nackten und die
Schmigen, die Inbrnstigen und die Unglubigen.

Deiner geffneten Brust entstrzen die tausend Shne des Tals, springen
die Knabenbche, rauschen die Arbeitsstrme, steigen und steigen die
Ozeane!

Dein ist der Ruf, wenn sie mit irren Zungen in Schlucht und Schlachtfeld
den Frhling der neuen Welt verknden!

FLORIAN:

Gletscher, Mrtyrer der Erde, steiler Block vor des Himmels Geheimnis:
bleib', o bleib' der Gefangene deiner Gre!

Nicht erschwachen darfst du und schmelzen, nicht dich lsen zum Tal der
Qual, wo Hunde winseln, wo Menschen auf Krcken hpfen ber die Brcken.

Wo Schlachthaus mit rotem Auswurf dich bespeit, Fabrik mit eklem Atem
dich beschmutzt; staubige Hfen und salzige Meere einander bekmpfen,
einander vernichten.

Gletscher, du Starker, hte dich vor dem Volk und der Freiheit! Bleibe
der Knecht! Bleibe der Knig! Bleibe der Groe, der Stumme, der Einzige!

STELLA:

Gletscher, steh auf, da die Tuba des Aufruhrs erschallt! O
Vlkerwanderung, o Auszug aus Verbannung und Verkennung! O Erlsung aus
der tiefen Schmach!

O allgemeine Gleichheit, o befreiter Gletscher der Menschheit!
Staubtropfen im Wind, fremder Passant auf dem Boulevard! Ihr alle und
jeder!

Jeder von euch erhebt sich, schreit, erstrahlt! Bankier und Prolet
verwechseln Spazierstock und Krcke, Bettler und Kaufmann kssen sich
als Brder!

Die Ketten klirren in den Kerkern. Die Kpfe lodern ber der Erde wie
Sterne. Alle Gletscher reit es hin zu Tal. Alle Vlker schmelzen
zusammen in Liebe.


VII. GRAT

FLORIAN:

Umsonst, umsonst! Ich hab' mich an der Glasur des Himmels blutig
gekratzt. Ich hab' mir die Flgel an den Sulen des Himmels
lahmgeschlagen. Umsonst hab' ich mich aufgerissen.

Der Nagel der Sonne kreuzigt mich an die Erde. Die Gewlbe des Himmels
zerplatzen ber meinem schlfrigen Auge. Die Gletscher haben schwarzen
Speichel um die Lippen.

Taub bin ich in der Symphonie der Welt. Denn mein Ohr ist wie die
Muschel des fernsten Meers. Die schwarzen Horizonte der Erde tnen wie
nchtliche Gongs. Und die Rufe der Menschen berdrhnen die Kantate der
Berge.

O es schreit in mir der Abgrund und der Tod. Es schreit der Zweifel und
der Streit. Es schreit Zerknirschung und das Kruzifix. Es schreit in mir
die Erde.

Es schreit und zerrt mich bleischwer nieder. O Mutter Erde, du hast mich
mehr geliebt, als ich wute. O Menschheit, du bist grer, als ich
whnte! Alle Erkenntnis ist Lge, die nicht der Liebe entflammt!

Jeder von euch, ein Bettler oder ein Siecher; er hat mehr Himmel in
seinem Auge als ber den Mont Blanc gewlbt ist! Jede von euch, eine
Schwester oder eine Braut: sie hat mehr Trnen in ihrem Herzen als der
sommerliche Gletscher!

Weil ihr dort unten seid, seid ihr Erhabene! Ihr werdet nichts von der
Leere und Klte des Himmels ahnen und von der Dunkelheit Gottes: aber
ihr werdet an die ewige purpurne Flamme der Liebe glauben!

Weil ihr Schlechte seid, seid ihr gebenedeit! Euch werden die Guten ihre
Liebe schenken, die Hellen ihre Schnheit und die Frommen ihren Gott.

Lieben, lieben will ich wieder lernen! Gte, Gte will ich wieder ben!
ber sich selber sich erheben ist schwerer als ber Berge schweben!


VIII. NACHTHTTE

FLORIAN:

Auf der Welt ist graue Sintflut. Wolken rollen durch den Himmel.
Platinmond zerschmolz im Gletschertiegel. Nacht hat alles berschwemmt.

STELLA:

Aber wir sind in der Arche schwankend, schwankend hingetragen. Ganz mit
Wind die Wnde ausgeschlagen. Schallende Musik die Fenster. Schtterer
Schnee ein tiefer Teppich.

FLORIAN:

Hr', die Strme Gottes rauschen. Wlfe schleichen durch die
Himmelsschluchten. Und Giganten schlagen ihre Keulen!

STELLA:

Nein, es sind Lawinen, die zu Trnenstrzen schmelzen. Donner wirbt wie
eine Vaterstimme. Und die Engel sind uns nah.

FLORIAN:

Das Gewitter rauscht wie Heimatglocken. Von den Gletschern strzen
Schiffe, die uns Hochzeitsgste bringen. Deine Stimme ist ein roter
Wein.

STELLA:

Alle Sterne sind erloschen. Einzig unsre Liebesarche schaukelt auf dem
Meer der Nacht. Eine rosa Ampel, wacht sie ber der Menschheit.

FLORIAN

O ich fhl' uns niederrauschen. Aus der Nacht schlt sich das helle Tal.
Wollen wir die weie Taube senden?

STELLA:

Unsre Liebe schlingt sich um die ganze Erde. Tausend Vgel schwirren uns
entgegen. Tausend Menschen schauen zu uns auf. O, wir wollen alle, alle
lieben!


IX. WASSERSTURZ

FLORIAN:

   Wasser und Mensch,
   Ihr seid die ewige Bewegung!
   Ihr seid der Trieb von allen Trieben: ihr seid der Geist!
   Da steht kein Felsen starr und keine Gottheit hoch:
   Vor eurem Strahl zersplittern die Blcke Granit,
   Vor eurer Stimme birst das Schweigen des Todes.

   O Wasserfall, du Perlentnzer,
   Aus deinem steilen, einzigen Wasserstamm
   Blhst du Millionen Wasserzweige an die Erde!
   Der giftigen Nessel am Straengraben gibst du dich hin,
   Du treibst den grnen Springbrunnen der Palmen empor;
   Vergimeinnicht frstelt in deinem Tau,
   Und der fette lbaum saugt dich mit kupfernen Pumpen auf,
   Du bist der unendliche Geliebte der Erde!

   So will ich, dein unsterblicher Geliebter,
   ber die Menschheit strmen und berstrmen:
   Hinunter, hinunter aus der Einsamkeit
   Schumend von Liebe niederschmelzen,
   (An den Gipfeln erma ich die Tiefe der Tler)
   Zurck zur Menschheit will ich mich ergieen,
   Zu den dunklen Schluchten der Besiegten und Geknechteten,
   Zu den grauen Wsten der Streber und Unfruchtbaren,
   Zu den endlosen Ebenen der Armen und der Tlpel,
   Zu den rauchigen Hfen der Vertriebenen und Gezwungenen --
   Hinab, hinab, dem ewigen Trieb mu ich gehorchen,
   Wer sich verschenkt, bereichert _sich_ am meisten.
   Ich will mit sprudelndem Mund und lachenden Augen
   Die groe Liebe dieser Nacht vergeuden,
   Mich geben und geben, da ich wei:
   Unversiegbar sind die Gletscher der Erde,
   Unversiegbar sind die Quellen des Herzens!




DER PANAMAKANAL (ZWEITE FASSUNG)


I.

Noch lagen die Jahrhunderte des Urwalds mitten zwischen den Meeren. Mit
goldenen Zacken ausgeschnitten die Golfe und Buchten. Mit zhem Hammer
zerschlug der Wasserfall die gestemmten Felsen.

Die Bume schwollen in den sinnlichen Mittag hinein. Sie hatten die
roten Blumenflecken der Lust. Schierling schumte und zischte auf hohem
Stengel. Und die schlanken Lianen tanzten mit weitoffenem Haar.

Wie grne und blaue Laternen huschten die Papageien durch die Nacht des
Gebschs. Tief im fetten Gestrpp rodete das Nashorn. Tiger kam ihm
bruderhaft entgegen vom Flulauf.

Feurig kreiste die Sonne am goldenen Himmel wie ein Karussell.
Tausendfltig und ewig war das Leben. Und wo Tod zu faulen schien: neues
Leben sprote mit doppeltem Leuchten.

Noch lag das alte Jahrhundert zwischen den Menschen der Erde.


II.

Da kamen die langen, langsamen Arbeitertrupps. Die Auswanderer und die
Verbannten. Sie kamen mit Kampf und mit der Not.

Mit keuchenden Qualen kamen die Menschen und schlugen die drhnenden
Glocken des Metalls.

Sie hoben die Arme wie zum Fluch und rissen den Himmel zrnend um ihre
nackten Schultern.

Ihr Blut schwitzte in die Scholle. Wieviel magere Kinder, wieviel
Nchte, angstvolle, wurden an solchem Tag vergeudet!

Die Fuste wie Fackeln aufgereckt. Zerschrieene Hupter. Aufgestemmte
Rmpfe. Es war Arbeit. Es war Elend. Es war Ha.

So wanden sich die Spanier einst am Marterpfahl. So krmmten sich die
Neger einst in verschnrtem Kniefall.

Das aber waren die modernen Arbeitertrupps. Das waren die heiligen,
leidenden Proletarier.

Sie hausten in Baracken und in Lattenhtten stumpf. Geruch des
Bratfischs und der Ekel des Branntweins schwlten. Die hlzernen Betten
stieen sich an wie Srge im Friedhof.

Am Sonntag sehnte sich eine Ziehharmonika nach Italien oder nach
Kapland. Irgendein krankes Herz schluchzte sich aus fr die tausend
andern.

Sie tanzten zusammen mit schwerem, schchternem Fu. Sie wollten die
Erde streicheln, die morgen aufschreien mute unter der Axt. Dann
schlrften sie fr fnf Cents Himbeereis.

Und wieder kam das Taghundert der Arbeit.


III.

In ein Siechbett verwandelten sie die Erde. Die roten Fieber schwollen
aus den Schlften. Und die Wolken der Moskitos wirbelten um die Sonne.

Kein Baum mehr rauschte. Kein Blumenstern blhte mehr in dieser
Lehmhlle. Kein Vogel schwang sich in den verlorenen Himmel.

Alles war Schmerz. Alles war Schutt und Schwefel. Alles war Schrei und
Schimpf.

Die Hgel rissen sich die Brust auf im Dynamitkrampf. Aus den triefenden
Schluchten heulten die Wlfe der Sirenen. Bagger und Kranen kratzten die
Seen auf.

Die Menschen starben in diesem unendlichen Friedhof. Sie starben berall
an der gleichen Qual.

Den Mnnern entfuhr der tolle Ruf nach Gott, und sie bumten sich wie
goldene Sulen auf. Den Weibern entstrzten erbrmliche, bleiche Kinder,
als ob sie die Erde strafen wollten mit so viel Elend.

Von der ganzen Erde waren sie zum knechtischen Dienst gekommen. Alle die
Trumer von goldenen Flssen. Alle Verzweifler am Hungerleben.

Die Aufrechten und die Wahrhaftigen waren da, die noch an ein Mitleid
des Schicksals glaubten. Und die dunklen Tlpel und die Verbrecher, die
tief ins Unglck ihre Schmach verwhlten.

Die Arbeit aber war nur Ausrede. Jener hatte zwanzig verbitterte
Generationen in seinem Herzen zu rchen. Dieser hatte die Syphilismutter
in seinem Blut zu erdrosseln.

Sie alle schrien im Kampf mit der Erde.


IV.

Sie wuten aber nichts vom Panamakanal. Nichts von der unendlichen
Verbrderung. Nichts von dem groen Tor der Liebe.

Sie wuten nichts von der Befreiung der Ozeane und der Menschheit.
Nichts vom strahlenden Aufruhr des Geistes.

Jeder einzelne sah einen Sumpf austrocknen. Einen Wald hinbrennen. Einen
See pltzlich aufkochen. Ein Gebirge zu Staub hinknien.

Aber wie sollte er an die Gre der Menschentat glauben! Er merkte
nicht, wie die Wiege eines neuen Meers entstand.

Eines Tages aber ffneten sich die Schleusen wie Flgel eines Engels. Da
sthnte die Erde nicht mehr.

Sie lag mit offener Brust wie sonst die Mtter. Sie lag gefesselt in den
Willen des Menschen.

Auf der Wellentreppe des Ozeans stiegen die weien Schiffe herab. Die
tausend Bruderschiffe aus den tausend Hfen.

Die mit singenden Segeln. Die mit rauchendem Schlot. Es zirpten die
Wimpel wie gefangene Vgel.

Ein neuer Urwald von Masten rauschte. Von Seilen und Tauen schlang sich
ein Netz Lianen.

Im heiligen Kusse aber standen der Stille Ozean und der Atlantische
Aufruhr. O Hochzeit des blonden Ostens und des westlichen Abendsterns.
Friede, Friede war zwischen den Geschwistern.

Da stand die Menschheit staunend am Mittelpunkt der Erde. Von den
brodelnden Stdten, von den verschtteten Wsten, von den glhenden
Gletschern stieg der Salut.

Das Weltgeschwader rollte sich auf. Es spielten die blauen
Matrosenkapellen. Von allen Lndern wehten freudige Fahnen.

Vergessen war die dumpfe Arbeit. Die Schippe des Proletariers
verscharrt. Die Ziegelbaracken abgerissen.

ber den schwarzen Arbeitertrupps schlugen die Wellen der Freiheit
zusammen. Einen Tag lang waren auch sie Menschheit.

Aber am nchsten schon drohte neue Not. Die Handelsschilfe mit schwerem
Korn und l lieen ihre Armut am Ufer stehn.

Am nchsten Tag war wieder Elend und Ha. Neue Chefs schrien zu neuer
Arbeit an. Neue Sklaven verdammten ihr tiefes Schicksal.

Am andern Tag rang die Menschheit mit der alten Erde wieder.





End of the Project Gutenberg EBook of Dithyramben, by Iwan Goll

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DITHYRAMBEN ***

***** This file should be named 46899-8.txt or 46899-8.zip *****
This and all associated files of various formats will be found in:
        http://www.gutenberg.org/4/6/8/9/46899/

Produced by Jens Sadowski
Updated editions will replace the previous one--the old editions will
be renamed.

Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
law means that no one owns a United States copyright in these works,
so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
States without permission and without paying copyright
royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
of this license, apply to copying and distributing Project
Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
specific permission. If you do not charge anything for copies of this
eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
performances and research. They may be modified and printed and given
away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
trademark license, especially commercial redistribution.

START: FULL LICENSE

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK

To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
distribution of electronic works, by using or distributing this work
(or any other work associated in any way with the phrase "Project
Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
www.gutenberg.org/license.

Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
Gutenberg-tm electronic works

1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
and accept all the terms of this license and intellectual property
(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
the terms of this agreement, you must cease using and return or
destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
1.E.8.

1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
used on or associated in any way with an electronic work by people who
agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
even without complying with the full terms of this agreement. See
paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
electronic works. See paragraph 1.E below.

1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
works in the collection are in the public domain in the United
States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
United States and you are located in the United States, we do not
claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
displaying or creating derivative works based on the work as long as
all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
you share it without charge with others.

1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
in a constant state of change. If you are outside the United States,
check the laws of your country in addition to the terms of this
agreement before downloading, copying, displaying, performing,
distributing or creating derivative works based on this work or any
other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
representations concerning the copyright status of any work in any
country outside the United States.

1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
performed, viewed, copied or distributed:

  This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
  most other parts of the world at no cost and with almost no
  restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
  under the terms of the Project Gutenberg License included with this
  eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
  United States, you'll have to check the laws of the country where you
  are located before using this ebook.

1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
contain a notice indicating that it is posted with permission of the
copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
the United States without paying any fees or charges. If you are
redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
with the permission of the copyright holder, your use and distribution
must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
posted with the permission of the copyright holder found at the
beginning of this work.

1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
License terms from this work, or any files containing a part of this
work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
electronic work, or any part of this electronic work, without
prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
active links or immediate access to the full terms of the Project
Gutenberg-tm License.

1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
any word processing or hypertext form. However, if you provide access
to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
provided that

* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
  the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
  you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
  to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
  agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
  Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
  within 60 days following each date on which you prepare (or are
  legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
  payments should be clearly marked as such and sent to the Project
  Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
  Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
  Literary Archive Foundation."

* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
  you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
  does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
  License. You must require such a user to return or destroy all
  copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
  all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
  works.

* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
  any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
  electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
  receipt of the work.

* You comply with all other terms of this agreement for free
  distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
electronic works, and the medium on which they may be stored, may
contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
cannot be read by your equipment.

1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
liability to you for damages, costs and expenses, including legal
fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
DAMAGE.

1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
written explanation to the person you received the work from. If you
received the work on a physical medium, you must return the medium
with your written explanation. The person or entity that provided you
with the defective work may elect to provide a replacement copy in
lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
or entity providing it to you may choose to give you a second
opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
without further opportunities to fix the problem.

1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
warranties or the exclusion or limitation of certain types of
damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
violates the law of the state applicable to this agreement, the
agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
remaining provisions.

1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
Defect you cause.

Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of
computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
from people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
www.gutenberg.org Section 3. Information about the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
volunteers and employees are scattered throughout numerous
locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
date contact information can be found at the Foundation's web site and
official page at www.gutenberg.org/contact

For additional contact information:

    Dr. Gregory B. Newby
    Chief Executive and Director
    gbnewby@pglaf.org

Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment. Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements. We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
state visit www.gutenberg.org/donate

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations. To
donate, please visit: www.gutenberg.org/donate

Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
freely shared with anyone. For forty years, he produced and
distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
volunteer support.

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
edition.

Most people start at our Web site which has the main PG search
facility: www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.

